Mary Shelleys Frankenstein

Mary Shelley’s Frankenstein

1994 · Regie: Kenneth Branagh

Darsteller: Kenneth Branagh, Robert De Niro, Helena Bonham Carter, Tom Hulce

Inhalt

Der junge Wissenschaftler Victor Frankenstein ist vom Wunsch getrieben, die Grenzen des menschlichen Lebens zu überwinden. Er widmet sich einem ehrgeizigen Experiment, das seine Beziehungen und sein bisheriges Selbstverständnis zunehmend in den Hintergrund drängt. Als sein Vorhaben Gestalt annimmt, sieht er sich mit Folgen konfrontiert, auf die ihn sein wissenschaftlicher Ehrgeiz nicht vorbereitet hat. Parallel dazu stellt sich die Frage, wie ein Wesen, das ohne verlässliche Zugehörigkeit in die Welt kommt, einen Platz unter Menschen finden kann. Der Film verbindet eine Schauergeschichte mit Fragen nach Verantwortung, Anerkennung und den Grenzen menschlicher Verfügungsmacht.

Themenräume

Schlagwörter

Ausgrenzung Bindung Macht Schöpfung Verantwortung

Hinweis

Gewalt, Tod, Leichendarstellungen, medizinisch-grafische Szenen und Verlust.

Therapeutische Einordnung

Frankensteins Drang zur Grenzüberschreitung lässt sich als Konflikt zwischen schöpferischer Gestaltungskraft und der Bereitschaft lesen, ihre Folgen anzuerkennen. Nicht das Forschen selbst wird problematisch, sondern die mögliche Trennung von Können und Verantwortung. Auf der anderen Seite steht das Bedürfnis nach Resonanz: Wer zurückgewiesen wird, kann das eigene Dasein als ungewollt erfahren. Therapeutisch bietet der Film deshalb zwei miteinander verschränkte Perspektiven. Welche Anteile des eigenen Handelns möchten wir kontrollieren, und welche Konsequenzen blenden wir aus? Und wie prägen Anerkennung oder Zurückweisung das Selbstbild? Eine eindeutige Gleichsetzung der Figuren mit psychischen Diagnosen würde die Ambivalenz dieser Geschichte verengen.

Fragen zum Selbst-Nachspüren

Wenn Fragen zu diesem Film beschäftigen, können diese gerne in einer Sitzung vertieft werden.